Was sind die unhaltbaren Annahmen der Homöopathie?

Foto: Tim Reckmann / pixelio.de

Das sind

  • die Annahme, Ähnliches könne Ähnliches heilen (simila similibus curentur),
  • die Annahme, aus der Gabe irgendwelcher Stoffe an Gesunde könne man ablesen, welche Symptome diese erzeugen (damit die „ähnlichen“ Symptome beim Kranken mit diesen Stoffen geheilt werden können) und
  • die Behauptung, immer wiederholte Verdünnungen der Mittel (bis in astronomische Größenordnungen) seien eben keine „Verdünnungen“, sondern durch „rituelle Schüttelschläge“ des Verdünnungsgefäßes bei jeder Stufe würde eine „geistige Arzneikraft“ aus den ursprünglichen Stoffen frei, die mit zunehmendem Verdünnungsgrad „stärker“ werde.

Ein Ähnlichkeitsprinzip („Simileprinzip“) in dem Sinne, dass Ähnlichkeiten in der Natur mit menschlichen Belangen zusammenhängen, gibt es nicht. Diese Annahme war eine Hilfsannahme aus der vorwissenschaftlichen Zeit, als man keine wirklichen Verbindungen zwischen Ursachen und Wirkungen feststellen konnte, und dem „magischen Denken“ verhaftet, das bis in die Frühantike zurückreicht.

In einer sogenannten homöopathischen Arzneimittelprüfung am Gesunden jemand „irgendetwas“ (buchstäblich jede beliebige Substanz, normalerweise bereits in hohen homöopathischen „Potenzen“) zu geben und ihn daraufhin jede Kleinigkeit aufzeichnen zu lassen, die er bei sich als Veränderung empfindet (teils über Wochen hinweg) – das hat ebenfalls mit einer Erforschung von Ursache und Wirkung nichts zu tun. Hier werden Zufälligkeiten; Reaktionen auf alle möglichen Ursachen und individuelle Befindlichkeiten aufgezeichnet, nichts, was objektiv Rückschlüsse auf eine therapeutische Verwertbarkeit zuließe. Vergleichende „Arzneimittelprüfungen“ – auch gegen Placebos – haben demgemäß auch keinerlei verwertbare Übereinstimmungen oder auch nur Korrespondenzen erbracht. Zudem sind die aufgezeichneten „Ergebnisse“ solcher Arzneimittelprüfungen inzwischen allein von der Menge her nicht mehr überschaubar und widersprüchlich.

Direkt gegen naturwissenschaftliche Grundsätze, die sich in Alltag und Technik täglich bewähren, verstößt das Potenzierungsprinzip, die Annahme, aus den Stoffen werde im Verlaufe ihrer geradezu astronomischen Verdünnungen (selbst eine „Niederpotenz“ von etwa D8 bedeutet schon einen Tropfen auf den Bodensee) durch „Verschütteln“ irgendwelche niemals näher beschriebenen „Arzneikräfte“ freigesetzt. So etwas ist naturgesetzlich nicht möglich. Eine Verdünnung ist und bleibt eine Verdünnung, aus dem Urstoff setzt sich nichts frei, sondern er bleibt erhalten – er wandert während des „Potenzierungsvorgangs“ nach und nach in den Ausguss. Schon in Niederpotenzen ist nicht mehr genug Substanz für eine arzneiliche Wirkung enthalten, ab einer „Potenzierung“ von C12 / D24 kein einziges Molekül mehr davon. Und auch das Anführen einer ominösen „Energie“ oder gar einer „Information“ als dem Ergebnis des Potenzierungsprozesses ist unsinnig und unvereinbar mit bestens gesicherten wissenschaftlichen Erkentnissen.

Die „drei Säulen“ der Homöopathie sind jede für sich unhaltbar. Sie hängen voneinander ab, eine allein würde deshalb schon genügen, um das Gebäude der Homöopathie zum Einsturz zu bringen.

Deutscher Konsumentenbund
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