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Das Landgericht Stuttgart untersagt einem Anwender der so genannten “Dorntherapie” eine Vielzahl von irreführenden Werbeaussagen. Das Gericht gibt dem Antrag unseres Verbandes damit vollumfänglich und in Gänze statt.

In einem aktuellen Verfahren wurde einer Person, die die Heilkunde auf Basis einer Heilpraktikererlaubnis ausübt, eine Vielzahl von indikationsbezogener Werbung untersagt. Damit ist es der Antragsgegnerin untersagt, für die Durchführung der “Dorntherapie” mit Indikationen wie “Rückenschmerzen” und “Kopfschmerzen” zu werben. Außerdem wurden dem Unternehmer einzelne Werbeaussagen untersagt, mit denen er auf seiner Homepage geworben hatte und die sich z.B. auf die Linderung von Schmerzen und die (angebliche) Repositionierung von Wirbeln bezogen hatten. Zu den insgesamt 16 untersagten Werbeaussagen gehörten außerdem Indikationsangaben für Ischiasschmerz, Atemprobleme und Hexenschuss.

Bei der Dorntherapie handelt es sich um die Erfindung des Landwirts und Sägewerksbetreibers Dieter Dorn, der selbst völliger Medizinlaie war und die von ihm erdachte “Therapie” ab den 1970er Jahren gewerblich vertrieb, meist indem der selbsternannte Therapie-Erfinder andere Personen gegen Geld zu Therapeuten in der von ihm erfundenen Therapie ausbildete.

Für die Dorn-Therapie gibt es keinerlei Evidenz. Das heißt, dass es keinen Nachweis für eine spezifische therapeutische Wirksamkeit gibt, die über die Anwendung einer Scheinbehandlung hinaus ginge.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Tresckow, CC:BY-SA

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