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Auf ganzer Linie siegt unser Verband gegen einen Heilpraktiker aus der Domstadt, der im Internet verschiedentlich als “Heilpraktiker für Krebstherapie” auftrat und diverse evidenzlose Therapien und ihren Einsatz im Rahmen einer angeblichen “individuellen onkologisch biologischen Therapie” bewarb.

Wegen seiner Werbung wurde der Heilpraktiker von unserem Verband auf Unterlassen in Anspruch genommen. Da er es ablehnte, eine künftige Unterlassung zuzusagen, haben wir den gerichtlichen Weg beschritten.

Unter dem Therapieangeboten, die nun untersagt wurden waren u. a.:

  • GcMAF,
  • Vitamin C Hochdosis-Therapie“,
  • Vitamin B17” (auch bekannt alsAmygdalin-Therapie“),
  • Zelltherapie“,
  • Thymustherapie” und
  • Aderlass“.

Außerdem warb er für “Misteltherapie“, bei der die Evidenz stark umstritten ist.

Heilpraktiker zeigt sich uneinsichtig

Der Heilpraktiker berief sich darauf, dass “nicht getäuscht [werde], da keine konkreten Heilsversprechen gemacht würden”.

Der Heilpraktiker meinte ferner, es müsse ihm von Rechts und Verfassungs wegen erlaubt sein, auf entsprechende Angebote hinzuweisen und berief sich auf Art. 12 GG (Garantie der Berufsausübungsfreiheit). Dieser Rechtsansicht folgte die 1. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Köln im Urteil vom 12.02.2019 (PDF) jedoch nicht.

Auf die grundgesetzlich geschützte Berufsausübungsfreiheit könne sich der Heilpraktiker nicht berufen. Grund hierfür sei bereits, dass …

“… die Zulassung von Heilpraktikern zu Heilpraktikern weder eine besondere berufliche Ausbildung noch den Nachweis einer besonderen Fachqualifikation erfordert (BGH a.a.O. Rz. 16, zitiert nach Juris). Heilpraktiker unterliegen keiner gesetzlich festgelegten Berufsaufsicht. Es widerspricht daher nicht der rechtspolitischen Zielsetzung, § 12 Abs. 12 HWG seinem Wortlaut entsprechend uneingeschränkt auf die Werbung von und für Heilpraktiker anzuwenden (BGH a.a.O.).”


Anmerkung: Das Urteil am 12.02.2019 verkündete Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Beklagte, der nicht persönlich zum Termin vor dem Landgericht Köln erschienen war, hat in der mündlichen Verhandlung ankündigen lassen, er wolle “den Rechtsweg ausschöpfen“.

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One Reply to “Konsumentenbund siegt vor Gericht gegen “Heilpraktiker für Krebstherapie””

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