Verfasst von Deutscher Konsu... am Sa, 2009-10-03 22:56
Vergiftungen entstehen durch die Aufnahmen einer (Mindes-)Menge eines schädlichen Stoffes. Symptome einer Vergiftung sind:
- Plötzlich auftretende Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
- Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Bewusstseinstrübung
- Erregungszustände, Schock
- Bewusstlosigkeit, Atemstörung, Atemstillstand, Herz-Kreislauf-Stillstand
- bei Kontaktgiften (z. B. Schädlingsbekämpfungsmittel): Krämpfe, Lähmungen, vermehrter Speichelfluss (blau und schaumig)
Identifizierung des Giftstoffs möglich?
Zur Identifizierung des Giftstoffes schauen Sie sich am um, ob Sie Verpackungen, Pflanzenreste o. ä. entdecken. So lässt sich die Ursache oft schnell ermitteln.
Wenn sich der Patient erbricht, versuchen Sie - unter Wahrung des Eigenschutzes - das Erbrochene aufzubewahren. So kann im Labor das Gift bestimmt werden.Sofortmaßnahmen bei Vergiftungen
- Eigenschutz / Gefahrenquelle beseitigen
- Notruf tätigen (siehe: W-Fragen auf der Rückseite)
- Soweit es die eigene Sicherheit zulässt (Kontaktgifte): Vitalfunktionen überprüfen.
- Keine Hausmittel anwenden. Milch und Salzwasser schaden dem Patienten.
- Sorgen Sie für ausreichend Frischluft und sprechen Sie soweit möglich mit dem Patienten und muntern Sie ihn auf bzw. beruhigen sie ihn („Hilfe kommt“).
- Versuchen Sie im Zweifel nicht, auf eigene Faust Gegenmaßnahmen einzuleiten. Insbesondere solange Sie nicht vollständig sicher sind, woher die Vergiftung kommt. Bei Kontaktgiften ist die Gefahr groß, sich selbst zu gefährden.
- Wurde der Giftstoff verschluckt, kann es helfen, einen Brechreiz (z. B. durch kitzeln am „Zäpfchen“) auszulösen. Dies sollte aber nur durch den Patienten selbst geschehen, da sonst große Verletzungsgefahr besteht.
Besonderheiten bei Kindern - Bitte keine "Hausmittel"!
- Ruhig bleiben und Ruhe schenken!Beruhigen Sie des Kindes und bewahren sie selbst Ruhe. Das Kind wird Ihre Panik spüren, also versuchen Sie so viel Ruhe auszustrahlen wir möglich.
- Kind ansprechbar? Giftreste aus dem Mund holen!Wenn das Kind ansprechbar ist, Mund öffnen und eventuell vorhandene Reste des Eingenommenen mit einem Finger auswischen.
- Kein Erbrechen auslösen!Bei Säuglingen und Kleinkindern (Babys): auf keinen Fall ein Erbrechen herbeiführen. Das sollte nur von einem erfahrenen Arzt mit einem speziellen Medikament ausgelöst werden.
- Salzwasser, Milch etc: Nein! Das „Hausmittel“ Milch kann bewirken, dass das Gift schneller ins Blut aufgenommen wird. Also Finger weg davon! Auch Salzwasser ist schädlich, da es den Elektrolyt-Haushalt des Kindes aus dem Gleichgewicht bringen kann.
- Wasser, Tee und Saft: Ja! Statt dessen können Sie Wasser, Tee oder Saft in kleinen Schlücken und Mengen verdünnt das Gift.
Die W-Fragen:
- Wer ist mit Gift in Kontakt geraten? Kind? Erwachsener? Tier? Alter und Gewicht der Person?
- Was wurde eingenommen? Medikament, Pflanze/Pflanzenteil, Haushaltsmittel (Produktname, Firma), Drogen, Sonstiges? (Wichtig: Gegebenenfalls Etikett/Beipackzettel aufbewahren)
- Wie lange ist der Kontakt her?
- Welche Stoffmenge wurde aufgenommen (Bei Gasen etc., wie lange war die Person dem Stoff ausgesetzt)?
- Wie wurde die Substanz eingenommen? Getrunken/Gegessen, Hautkontakt, Eingeatmet?
- Wie geht es der Person? Erbrechen, Müdigkeit, Schmerzen?
- Wurden bereits Hilfemaßnahmen unternommen?
- Wo ist es passiert?
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