Homöopathie im Nationalsozialismus

Zum ersten mal erhielt die „Homöopathie“ staatlicher Unterstützung unter der Herrschaft des Nationalsozialismus. Im Jahr 1937 tagte in Berlin der 12. Internationale Homöopathische Kongress unter der Schirmherrschaft von Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß. Ebenfalls 1937 wurde erstmals die berufsrechtliche Zusatzbezeichnung „homöopathischer Arzt“ verliehen.

Aber auch von unmittelbarer Einmischung in die Hochschulpolitik schreckten weder das NS-Regime noch die Vertreter der Homöopathie zurück: so wurde Ernst Bastanier 1939 auf Erlass Adolf Hitlers der Professorentitel verliehen; ebenso lagen die Fälle „Hanns Rabe“ (1939) und 1942 „Alfons Stiegele“ (1942). Während des „Dritten Reichs“ wurden 13 homöopathische Krankenhäuser bzw. homöopathische Abteilungen an schulmedizinischen Kliniken gegründet.

Im Jahr 1933 vollzog der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZhÄ) die Gleichschaltung und wurde 1935 Mitglied der „Reichsarbeitsgemeinschaft für eine Neue Deutsche Heilkunde“. Zwar war beruhte die sog. „Gleichschaltung“ zugegebenermaßen auf staatlichem Zwang. Die Stimmung vieler homöopathischer Ärzte wird als „beinahe euphorisch“ geschildert (Matthias Wischner, s. u., S. 62).

In der Allgemeinen Homöopathischen Zeitung vom Oktober 1933 wurde ein Brief von Hans Wapler (damals Schriftleiter des Zentralvereins) an Adolf Hitler vom 6. August 1933 abgedruckt, in dem Wapler aus einer bereits 1919 verfassten Abhandlung zitierte (siehe Zitat rechts).

Gleichschaltung um der Pfründe Willen?

Nun, da es Pfründe zu verteilen gab und die Homöopathie aus ihrer Niesche herauszutreten glaubte, zahlten ihre Anhänger bereitwillig den Preis. Das vielleicht prominentestes Opfer der Gleichschaltung war der jüdische Arzt Otto Leeser (1888-1964), der 1933 sowohl aus dem deutschen Zentralverein als auch aus der Schriftleitung des „Hippokrates“ ausgeschlossen wurde. Er verließ Deutschland über die Schweiz und Holland nach England.

„Das Ähnlichkeitsgesetz gilt sogar in Politik und Völkerleben. So wird zum Beispiel das deutsche Volk ein Sklavenvolk bleiben und nicht wieder hochkommen, wenn es nicht lernt, dem Nationalbewusstsein der Polen, Tschechen, Engländer und Franzosen ein ähnliches völkisches Deutschbewusstsein entgegenzusetzen.“
[Es folgte ein Dank an Hitler:] „Heil Ihnen und Heil uns, dass Sie in diesem Sinne das Ähnlichkeitsgesetz in der deutschen Politik so erfolgreich zur Geltung gebracht haben. Im deutschen Namen Heil!“

- Hans Wapler (damals Schriftleiter des Zentralvereins) in einem Brief vom 6. August 1933, abgedruckt in: Allgemeinen Homöopathischen Zeitung, Oktober 1933.

Rudolph Heß, Schirmherr des 12. Interna-
tionalen Homöopathischen Kongresses

Bundesarchiv, Bild 183-1987-0313-507 [CC-BY-SA-3.0-de]
via Wikimedia Commons

Bereits im Frühjahr 1933 hatte Immanuel Wolf, Vorsitzender des „Reichsbundes für Homöopathie und Gesundheitspflege“, einer Laienbewegung, gemeinsam mit anderen eine Ergebenheitsadresse an Adolf Hitler geschickt. Darin erklärten die Verfasser ihre Absicht, zur …

„uneingeschränkte Mitarbeit an der Gesundheit des Volkes“

Im Mai und Juni 1933 fand in allen homöopathischen Laienvereinen die so genannte Gleichschaltung statt.

In der Laienzeitschrift „Homöopathische Monatsblätter“ erschienen Aufsätze zur „Rassenhygiene“ und zu Nationalistisch-Völkischem, sogar zum Wert der Homöopathie für die Behandlung von Erbkrankheiten (Wischner, s.u., S. 61).

Weiterlesen:

  1. Matthias Wischner: Kleine Geschichte der Homöopathie. Forum Homöopathie, KVC Verlag Essen 2004, ISBN 3-933351-41-3
  2. Wikipedia, Homöopathie im Nationalsozialismus
  3. Themenseite Homöopathie

Der Konsumentenbund hat sich im Januar 2015 einen Einrichtungs-Giganten gekrallt und wegen wiederholter Verstöße gegen die Preisangabeverordnung die Verhängung eines empfindlichen Ordnungsgelds beantragt. Das Unternehmen mit einer Bilanzsumme von weit über 10 Mio. EUR war in einem früheren Verfahren bereits zum Unterlassen verurteilt worden.Update: Das Landgericht hat mit Beschluss vom 18.05.2015 ein empfindliches Ordnungsgeld gegen das Einrichtungshaus verhängt, das dort für einigen Katzenjammer sorgen dürfte.



Symbolbild: Justizia

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Der Konsumentenbund koordiniert parallel zur in Kassel geplanten Messe "Spirit of Health" (24. bis 26. April 2015) ein Komplementärprogramm mit Informationen, Aktionen, Veranstaltungen und Beratung. Interessierte Personen und gesellschaftliche Gruppen, die sich an einem

Bündnis gegen Pseudomedizin und Quacksalberei zum Schaden von Kindern

beteiligen möchten sind eingeladen, sich an uns zum Zwecke der Koordination und Abstimmung zu werden. Sie erreichen uns



Konsumentenbund stellt Steuer-Strafanzeige gegen Multilevel-Marketing-Konzern

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Gegenveranstaltung zu Kasseler-MMS-Messe

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Der Konsumentenbund hat eine einstweilige Verfügung gegen einen norddeutschen Esoterikanbieter erwirkt.


Konsumentenbund mahnt mehrere Eso-Shops ab

Der Konsumentenbund hat in den vergangenen Wochen insgesamt vier Online-Anbieter von Esoterik-Artikeln auf Unterlassung in Anspruch genommen.


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Mit einem „Seminar“ aus dem Bereich der Esoterik versuchte ein
Anbieter Kasse zu machen. Wie in dieser Branche üblich waren die
Seminargebühren happig: 1.980,00 EUR sollte ein Verbraucher für die
Teilnahme an einem Seminar, für eine nicht wissenschaftlich