Evidenzbasierte Patienteninformationen

Heilen, Helfen, Lindern, Vorbeugen. Kann dies. Kann das. Studien zeigen… Ständig werden Verbraucherinnen und Verbraucher mit den unterschiedlichsten, gesundheitsbezogenen Werbeaussagen konfrontiert. Von der Gesundheits-App bis zum „Healthfood“: alles wird gravitätisch gesundheitsbezogen aufgeladen.

Wir möchten die Gesundheitswerbung von verschiedenen Seiten beleuchten. Experten nehmen auf unterschiedlichste Weise Stellung. Mediziner, Physiker, Psychologen, Wahrnehmungspsychologen, Geisteswissenschaftler, Apotheker – sie alle haben einen einzigartigen Blick auf die Homöopathie und auch auf ihre derzeitige Stellung im Gesundheitssystem.

Informationsnetzwerk Homöopathie

Eine deutsche Besonderheit ist die so genannte „Homöopathie“. Während sie im Rest der Welt ein belächeltes Nischenphänomen ist, genießt sie insbesondere in Deutschland eine Sonderstellung als „Besondere Therapierichtung“. Durch massive politische Einflusnahme wurde aus einer völligen Außenseitermeinung zunächst unter den Nationalsozialisten, dann behütet durch einflussreiche politische Akteure ein Milliarden-Geschäft.

In Diskussionen um die Homöopathie begegnet man immer wieder den gleichen „Argumenten“. Hier setzen wir uns mit den häufigsten davon auseinander. Oft wird hier deutlich, dass haarscharf daneben argumentiert eben auch daneben ist – selbst wenn es gut klingt. Bei der Gesundheit, einem so kostbaren Gut, lohnt sich ein genauer Blick. Und manchmal auch ein zweiter und dritter.

Gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen von der GWUP und vielen Freiwilligen haben wir das Informationsnetzwerk Homöopathie aus der Taufe gehoben, welches wir kofinanzieren.

Überwachung des Gesundheitsmarktes: eine wohlorganisierte Unzuständigkeit

In Deutschland gibt es für alles ein Gesetz, eine Behörde und ein Formular. So falsch ist das nicht. Tatsächlich hat Deutschland im weltweiten Vergleich ein sehr hohes Schutzniveau für Verbraucher und Patienten. Jedenfalls in der Theorie ist dies richtig.

Deutschland hat eine extrem segmentierte Aufsichtsstruktur. Den Ärzte- und Zahnärztekammern obliegt z.B. die Aufsicht über Approbiert und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, den Gesundheitsämtern die Aufsicht über Heilpraktiker, aber nur diejenige, die in ihrem jeweiligen Bezirk praktizieren. In der Praxis ist zu beobachten, dass jede Seite gern mit dem Finger auf die jeweils andere Seite zeigt und sich unzuständig fühlt.

In der Praxis führt dies zu extremen Überwachungslücken: Geistheilerei wird in Deutschland faktisch nicht überwacht, ebensowenig Heilpraktiker, die Ihr Gewerbe (rechtswidrigerweise) als Reisegewerbe praktizieren. Für die Kontrolle von Wellness-Anbietern und Lebensmittelproduzenten fühlen sich die Gewerbeämter unzureichend ausgestattet und die Gesundheitsämter oft unzuständig. Unser Verband sieht sich in der Pflicht, im Rahmen seiner Möglichkeiten, auch eine Marktüberwachung als Querschnittsüberwachung zu praktizieren: wir führen jährliche mehrere Verfügungs- und Klageverfahren, in denen es um unzulässige, gesundheitsbezogene  Werbeaussagen geht, gleich ob von Seiten eines gewerblichen Anbieters, eines Apothekers, eines Heilpraktikers, eines Arztes, einer Klinik oder eines Pharmaherstellers. Dabei überschneidet sich das Thema in der Praxis häufig mit dem Bereich Esoterik und Lebenshilfe.

Sie möchten uns helfen, mehr zu tun? Das freut uns natürlich! Insbesondere das Durchsetzen von Verbraucherrechten kostet uns reichlich Geld. Zwar gewinnen wir eine sehr große Zahl der Verfahren, aber gelegentlich müssen wir auch Verfahren mit ungewissem Ausgang führen, zum Beispiel um Rechtsklarheit zu erzeugen. Außerdem müssen wir Gutachterkosten und Gerichtskosten stets vorfinanzieren. Im Bereich Unterlassungsklagen können Sie konkret für einzelne Prozesskampagnen spenden.